S1 E1 Wie denken wir?

Shownotes

In unserer ersten Folge geht es um die verschiedenen Arten des Denkens und wir schauen uns an, wie Biases und Heuristiken unsere Entscheidungen beeinflussen. Wir sprechen darüber, wie man kognitive Verzerrungen minimieren kann, warum ein gut zusammengestelltes Team ein entscheidender Faktor ist und wann Heuristiken sogar von Vorteil sein können.

Außerdem geht es um die besondere Herausforderung, unter Zeitdruck kluge Entscheidungen zu treffen – und wie strukturierte Analysetechniken (SATs) helfen können, den Denkprozess zu verbessern. Was genau verbirgt sich hinter diesen "Thinking Tools" und wie kann man sie im Alltag nutzen?

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00:00:00: Herzlich willkommen zur Erstfolge der ersten Staffel des German Intelligence Podcast.

00:00:07: Dieser Podcast ist als Bestandteil der berufsbegleitenden Fortbildung Kriminalitätsanalyse entstanden und soll ihnen die Möglichkeit geben, einen Blick hinter die kulissen professioneller Intelligence-Ausbildung zu werfen.

00:00:19: In unserer ersten Folge geht es um die verschiedenen Arten des Denkens und wir schauen uns an, wie Biases und Heuristiken unsere Entscheidungen beeinflussen.

00:00:29: Wir sprechen darüber, wie man kognitive Verzerrungen minimieren kann, warum ein gut zusammengestelltes Team ein entscheidender Faktor ist und wann Heuristiken sogar von Vorteil sein können.

00:00:40: Außerdem geht es um die besondere Herausforderung, unter Zeitdruck kluge Entscheidungen zu treffen und wie strukturierte Analyse-Techniken, SATs, helfen können, den Denkprozess zu verbessern.

00:00:52: Was genau verbirgt sich hinter diesen Thinking-Tools

00:00:56: und wie kann

00:00:56: man sie im Alltag nutzen?

00:01:03: Willkommen

00:01:04: beim German Intelligence Podcast.

00:01:07: Hier geht es um Intelligence, Analysen und Entscheidungsunterstützung.

00:01:12: Wir beleuchten den Intelligence Cycle, internationale Zusammenarbeit und aktuelle Herausforderungen.

00:01:19: Expertinnen und Experten teilen ihr Wissen kompakt, fundiert, relevant.

00:01:31: Ja, hallo.

00:01:32: Herzlich willkommen zu unserem allerersten Podcast, den wir für das Modul vier Punkt zwei aufnehmen.

00:01:39: Kriminelles Verhalten verstehen im neuen Ausbildungsgang zum Kriminalitätsanalysten.

00:01:44: Ich bin der Fabian vom Zeug Kriminalamt, war lange Zeit Rauschrift ermittler.

00:01:50: Heute hier bei mir sitzt

00:01:53: Lana.

00:01:53: Hallo, ich bin die Lana vom Landeskriminalamt Berlin.

00:01:58: Ich bin Quereinsteigerin und komme aus der Wissenschaft zur Polizei und bin im Feld Open Source Intelligence tätig.

00:02:07: Und hier haben wir den lieben Ole Donner.

00:02:12: Ja, Ole, magst du dich ganz kurz vorstellen und dann sag ich noch was zum Thema, was uns heute erwartet.

00:02:18: Ja, gerne.

00:02:19: Ich bin Ole Donner und ich bin selbstständig im Bereich Intelligence Analyse.

00:02:26: und strukturierten Analyse-Techniken.

00:02:28: Bin Gründer von Strukturierte Analyse Deutschland und unterstütze in diesem Rahmen sowohl öffentliche Institutionen als auch Unternehmen aus der Privatwirtschaft dabei mehr aus Analyse zu machen und im Bereich Intelligence besser zu werden.

00:02:47: Ja, super.

00:02:48: Vielen Dank schon mal.

00:02:50: Da sind wir schon einem guten Einstieg.

00:02:54: Unser Thema Heute ist strukturierte Analyse.

00:02:57: Techniken wird auch oft abgekürzt mit SAT, was wäre eine behördliche Welt ohne Abkürzungen.

00:03:04: Und so weit wir das verstanden haben, Lana, geht es ja um.

00:03:11: Wie kann man unsere Gedanken strukturieren?

00:03:13: Wie kann man Probleme lösen?

00:03:14: Wie kann man Sachen analysieren?

00:03:18: Wir haben in der Vorbereitung festgestellt, dass es bei dir vor allem auch darum geht, wie wir denken.

00:03:24: Was sind Bias ist?

00:03:25: Was sind Heuristiken?

00:03:26: Ich glaube, da werden wir nachher noch mal drauf eingehen.

00:03:30: Und Lana hat sich auch Gedanken gemacht, wie wir so im Alltag denken.

00:03:34: Ja, ich habe mir noch überlegt.

00:03:37: Eigentlich denkt mir ja alle und analysieren tagtäglich.

00:03:42: Und das Thema Analyse scheint ja wenig greifbar zu sein, auch das Thema Intelligence.

00:03:48: Was gibt es eigentlich für Arten des Denkens?

00:03:51: Wie würdest du das kategorisieren?

00:03:54: Ja, wie denkt der Mensch?

00:03:57: Kann natürlich eine relativ philosophische Fragestellung sein und ich versuche eigentlich seit jeher mich dem Ganzen so einfach wie möglich zu nähern und bedienen mich einer Systematik, wie sie durch den Nobelpreisträger Dr.

00:04:11: Daniel Karnemann geprägt wurde.

00:04:14: Und Karnemann kennt wahrscheinlich viele von dem Buch Thinking Fast and Slow.

00:04:20: Und nach Karnemann gibt es eigentlich zwei verschiedene Arten des Denkens.

00:04:24: Es gibt einmal das schnelle Denken und das langsame Denken.

00:04:29: Und das schnelle Denken ist das... Intuitive Denken, das mühelose Denken, das was wir überwiegend nutzen, den ganzen Tag über.

00:04:38: und das langsame Denken ist dann eben das analytische Denken.

00:04:42: Und da glauben wir zwar, wir würden das viel nutzen, aber tatsächlich nutzen wir das nur den Bruchteil des Tages.

00:04:51: Würdest du dann sagen, dass Vorurteile oder Biases und Heuristiken dabei eine große Rolle spielen?

00:04:59: Ja, definitiv.

00:05:00: Also... Schnelles Denken ist anfällig für Beises, ist anfällig für Heuristiken.

00:05:08: Schnelles Denken hat viele Vorteile, also Intuition hat viele Vorteile und Intuition ist auch oftmals der sinnvolle und ressourcenschonende Weg.

00:05:19: Und intuitives Denken kommt oftmals aber nicht aus ohne, man könnte sagen, mentale Abkürzung.

00:05:26: Und einige dieser mentalen Abkürzungen sind eben heuristiken, sind teilweise aber eben auch beises wie der Bestätigungsfehler, wir haben Dinge wie die Verfügbarkeitsheuristik.

00:05:39: Das sind alles Sachen, die unser Denken schneller machen, die unser Denken vereinfachen und dies ermöglichen.

00:05:45: Trotz einer sehr komplexen Umwelt, die auf uns einwirkt, trotzdem eben entscheidungsfähig, handlungs- und urteilsfähig zu bleiben.

00:05:55: Aber das Ganze ist dann natürlich auch sehr fehleranfällig.

00:05:58: Und im Bereich Analyse sollte man an der Stelle natürlich aufpassen.

00:06:03: Ja, das ist... Ja, aus meiner Arbeitswelt sehr, sehr bekannt.

00:06:09: Ich glaube, das kennen wir alle.

00:06:10: Wir kriegen Informationen und versuchen, die sofort in einen gewissen Kontext zu bringen, um daraus weiteres Handeln abzuleiten, gerade im polizeilichen Alltag.

00:06:19: Sehr, sehr wichtig einerseits.

00:06:21: Andererseits.

00:06:22: natürlich kann ich mich damit natürlich auch sehr schnell verrennen und in eine falsche Richtung laufen.

00:06:28: Wir hatten das Thema gestern aufgegriffen.

00:06:29: Wir kommen da vielleicht auch später nochmal drauf, ob man mit dem Einsatz gewisser Techniken auch... prominente Fälle in Deutschland hätte verhindern können oder anders auflösen können, ohne dabei das zu bewerten.

00:06:40: Das wollen wir ganz bewusst nicht vom Schreibtisch heraus aus dem Podcaststudio zu sagen, was hat jemand falsch gemacht, aber schon auch kritisch unter Fragen.

00:06:48: Aber vielleicht nochmal für die, die zuhören, können wir nochmal ganz kurz die Abgrenzung zwischen einem Bayer und einer Heuristik hinkriegen, Ole, geht das?

00:06:57: Ja, also eine Heuristik zeichnet sich dadurch aus, dass sie näherungsweise richtige Antworten liefert.

00:07:06: Zum Beispiel ist Versuch und Irrtum, ist ein heuristisches Vorgehen und ich nähere mich darüber eben einer richtigen Lösung an und das ist relativ ressourcenschont, das zu machen.

00:07:17: andere Heuristik wäre zum Beispiel, dass ich Entfernung danach bemesse, wie klar ich Dinge sehen kann.

00:07:24: Jeder, der vielleicht mal in den Bergen wandern war, an Tagen, wo die Luft besonders günstig war, um weit zu gucken, der wird sich irgendwann umgeguckt haben, weil er feststellen muss, dass diese heuristische Vorgehensweise dazu geführt hat, dass die Entfernung zum Gipfel deutlich anders eingeschätzt wurde, als es vielleicht sinnvoll gewesen wäre.

00:07:46: Das führt dann auch direkt zu der problematischen Dimension von Heuristiken.

00:07:51: Sie können nehrungsweise richtig sein, sie können aber auch gehörig daneben liegen.

00:07:56: Beises auf der anderen Seite führen immer zu negativen Verzerrungen und zu nachteiligen Einflüssen auf meinen Urteilsvermögen bzw.

00:08:07: auf meine Analyse, meine Analyseergebnisse, beispielsweise der Bestätigungsfehler.

00:08:13: der Bestätigungsfehler besteht darin, dass ich bevorzugt Informationen verarbeite, aufnehme und abrufen kann, die mein bestehendes Weltbild bestätigen.

00:08:25: Und wenn ich jetzt nicht gerade Glück habe und mein Weltbild ist das zutreffende Weltbild, dann führt dieser Bayes automatisch dazu, dass meine Ergebnisse auf eine negativer Art und Weise verzert werden.

00:08:39: Noch mal eine letzte kurze Nachfrage dazu.

00:08:41: Wahrscheinlich wäre eine Art Ausländerfeindlichkeit, Ausländer Skepsis.

00:08:47: Ein recht typischer Bayes.

00:08:48: Nach dem Motto, ich gehe davon aus.

00:08:50: Es ist ja auch in der Presse allgegenwärtig.

00:08:51: Migranten sind ... ... prominent.

00:08:55: Ich würde nicht

00:08:55: so weit gehen.

00:08:56: Ich meine, auch wenn du eine Recherche machst und meinst, so und so müsste es ausgehen, dann siehst du vielleicht Sachen, die in deinem ... ... Zielergebnis nicht passen, ... ... siehst du gar nicht.

00:09:11: Es ist ein Phänomen.

00:09:12: Da musst du nicht mal ... ... feindlich gegen wen auch immer sein, ... ... wenn du nicht open-minded da reingehst, ... ... übersiehst du Sachen.

00:09:21: Also letztendlich ... ...

00:09:22: du siehst das aus der ... ... Recherche im Internet.

00:09:25: Letztendlich kann man also sagen, ... ... ein bestätigtes Vorteil wäre eine extreme Form, ... ... aber es geht auch schon viel früher los ... ... mit dem Beis, das was Lana gerade gesagt hat.

00:09:33: Würdest du das so ...

00:09:36: Also grundsätzlich beeinflussen Beises, wie wir Informationen aufnehmen, wie wir Informationen verarbeiten, ob wir Informationen überhaupt aufnehmen.

00:09:44: Also wenn wir jetzt, weil wir, nehmen wir mal einen ausländerfeindlichen Beis, bei dem wir im Kopf haben, es kann nur eine bestimmte Tätergruppierung in Anführungsstrichen sein.

00:09:59: Dann suchen wir vielleicht nur Informationen, die genau das bestätigen.

00:10:02: Und der Vareteter, der nicht in dieses Spektrum reinfällt, der fällt überhaupt nicht auf.

00:10:11: Und damit ist klar, an der Stelle können wir keine überzeugenden Ermittlungsergebnisse überhaupt bereitstellen.

00:10:17: am Ende.

00:10:19: Super.

00:10:19: Ich glaube, das ist jetzt allen klar geworden.

00:10:20: Ich glaube, wir alle kennen sowohl aus der eigenen Ermittlungsarbeit Beises, aber auch aus den Medien, aus der Berichterstattung und ich glaube, Wir können alle nichts sagen, dass wir frei sind davon.

00:10:31: Also vor Vorurteilen.

00:10:32: Vor Vorurteilen.

00:10:33: Ich glaube, es ist aber ganz wichtig und das ist vielleicht auch ein guter Übergang zur nächsten Frage.

00:10:38: Was kann uns dabei helfen, dem vorzubeugen bzw.

00:10:43: welche Rolle spielen jetzt eben strukturierte Analyse-Techniken und woher kommen sie auch?

00:10:48: Ja, also uns können mindestens zwei Dinge helfen, um das an der Stelle nochmal aufzugreifen.

00:10:56: Wenn wir selber ein Bewusstsein dafür haben, welchen Beis es wir unterliegen, dann wäre das auf jeden Fall schon mal schön und ein Anfang.

00:11:04: Aber die Forschung hat, glaube ich, gezeigt, dass man sehr schlecht daran ist, die eigenen Beises zu erkennen.

00:11:11: Man spricht davon im Blindspotbeis, also der Tendenz, solche Verzerrungen bei anderen eher wahrzunehmen als bei sich selber.

00:11:19: Und deswegen ist es grundsätzlich schon mal hilfreich, wenn man nicht alleine am Schreibtisch arbeitet, sondern wenn man im Team arbeitet.

00:11:26: Weil Gruppendenken mal außen vor.

00:11:30: Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass irgendwer im Team dabei ist, insbesondere wenn es ein heterogenes und diverses Team ist, dass irgendwer dabei ist, dem meine Verzerrung auffallen und mir fallen vielleicht die Verzerrung der anderen auf und dann kann man sich an der Stelle kritisch hinterfragen und dann im Team in der Gruppe zu einem besseren Ergebnis kommen.

00:11:51: Also man würde sich quasi in einem heterogenen diversen Team auch selber stetig korrigieren.

00:11:56: So habe ich das jetzt verstanden.

00:11:58: Richtig.

00:11:58: Man würde auf jeden Fall aufmerksam werden für die Verzerrung, den man selber unterliegt.

00:12:05: Und da ein Analyseprozess und Analyseergebnis im optimalen Fall ja ein Gruppenergebnis ist, würden sich diese Verzerrung im Analyseprozess dann wechselseitig ausgleichen, hört sich an der Stelle wahrscheinlich nicht zielführend an.

00:12:21: Aber man könnte doch in der Gruppe daran arbeiten, diese Verzerrung, soweit es geht, zu minimieren und zu einem möglichst verzerrungsarmen Gesamtergebnis zu kommen.

00:12:33: Und wie würdest du dann die Diversität dann definieren?

00:12:36: Also was, was wären das für Charakteristika, Ausbildung, Sozialisierung oder

00:12:44: wie würdest

00:12:44: du?

00:12:45: Ja, am Ende wahrscheinlich fast alles.

00:12:48: Die Ethnik kann eine Rolle spielen, also der ethnische Hintergrund, der kulturelle Hintergrund.

00:12:53: Alter, Geschlecht, das sind alles Faktoren, die eine Rolle spielen können.

00:13:00: Und je diverser ein Team ist, desto kreativer kann es sein.

00:13:08: Er hat man die Chance, dass man unterschiedliche Perspektiven mit reinholt, um dann auch die Perspektive aufgreifen zu können, die vielleicht die zutreffendste Perspektive ist.

00:13:18: Das heißt, ein möglichst heterogenes und diverses Team ist schon mal eine super Grundvoraussetzung für gute Analysearbeit.

00:13:27: Das heißt auch ein Team, in dem die Diversität gefördert wird, also dass das auch als etwas Positives gesehen wird, dass unterschiedliche Fähigkeiten in einem Team vorhanden sind und nicht alle gleichermaßen funktionieren.

00:13:41: Genau.

00:13:42: Wenn es richtig werden soll, also wenn ich einfach nur schnell sein will, dann ist es natürlich gut, wenn alle in meinem Team, meinetwegen alle sind ausgebildete Polizisten, jetzt um hier in dem Kontext zu bleiben, alle sind ausgebildete Polizisten, alle sind irgendwas zwischen dreißig und vierzig.

00:14:01: Männlich.

00:14:01: Alle sind männlich.

00:14:03: So, dann kann ich davon ausgehen, dass ich relativ schnell Stichwort Gruppen denken, zu einem Ergebnis komme.

00:14:09: Nur, ob das Ergebnis richtig ist oder nicht, das ist die andere Frage.

00:14:14: Okay, dann nehmen wir das auch mal mit, auch als Empfehlung für unsere Arbeitswelt.

00:14:20: Wir sollten uns vielleicht einfach auch selber animieren, divers oder Diversität zu fördern, Heterogenität zu fördern, auch wenn es sicherlich manchmal anstrengend ist, wenn wir den Mehrwert vor Augen haben.

00:14:33: Ich wollte mal kurz zurückkommen, Ole.

00:14:35: auf die Frage, was sind denn jetzt aber eigentlich die strukturierten Analyse Techniken und woher kommen sie überhaupt?

00:14:43: Ja, also strukturierte Analyse Techniken sind eigentlich Schritt für Schritt Prozesse, mit denen ich meinen Analyseprozess und damit meine ich eben auch den Denkprozess, der dem zugrunde liegt, externalisieren kann, in der Regel verschriftlichen kann, nachvollziehbar machen kann.

00:15:05: Und dies mir erlauben, vor allem auch in einer Gruppe gemeinsam, also kollaborativ, zu Analyseergebnissen zu kommen.

00:15:13: Das sind Techniken, die aus ganz unterschiedlichen Bereichen kommen.

00:15:18: Viele Techniken kommen aus dem Wirtschaftsbereich.

00:15:21: Der selbe kannte Technik ist zum Beispiel die SWOT-Analyse, die auch jeder mit einem BWL-Studium schon mal gesehen und angewendet hat.

00:15:30: Andere Techniken sind speziell für den Bereich Intelligence entwickelt worden.

00:15:35: Beispielsweise SATU gestalten ist die Analysis of Computing Hypothesis.

00:15:40: Die ACH von Richards Heuer wurde die entwickelt in der CIA und für die CIA ursprünglich mal.

00:15:48: Das bedeutet, die kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen und sind in den USA inzwischen Bestandteil und zwar obligatorischer Bestandteil in der Analyse Tätigkeit.

00:16:05: Und zwar ist das codifiziert worden mit der Intelligence Community Directive, der ICD, und das vorgeschrieben für die gesamte US Intelligence Community und jeder, der sich damit vielleicht mal ein bisschen beschäftigt hat, weiß, das sind mehr als drei, vier Leute.

00:16:23: Also für diese gesamte Community sind Standards festgelegt worden, was großartig ist.

00:16:30: die Betrachtung alternativer Hypothesen oder auch Alternative Analysis insgesamt und das ist ein Begriff unter den SAT vor zwei Tausend Fünf vermiert hat.

00:16:43: Die sind vorgeschrieben und die müssen angewendet werden.

00:16:46: Okay.

00:16:47: Ja, das klingt so, als sind, ich sage mal, in Anführungszeichen leider die USA uns wieder ein paar Schritte voraus, wobei man das In der ganzen Diskussion um den Kriminalitätsanalysten, auch in verschiedenen Modulen, immer wieder hört, dass wir uns sehr am englischsprachigen Raum, insbesondere den USA, Großbritannien orientieren, weil dort einfach das Thema an den anderen Stellenwert hat, schon seit langer, langer Zeit.

00:17:08: Ich habe noch eine kurze Frage, bevor ich hier Lana schon wild nicken, bevor ich an Lana übergebe.

00:17:13: Olle, könntest du gleich vielleicht noch mal was ganz Kurzes zum Begriff externalisieren sagen?

00:17:18: Wie muss man sich das vorstellen?

00:17:20: Also ich glaube, einige haben vielleicht vor Augen, man hat Gedanken im Kopf und externalisieren heißt es muss raus.

00:17:26: Andere müssen die Gedanken mitkriegen.

00:17:27: Ist das schon die richtige Richtung?

00:17:29: Oder kann man das noch anders greifbarer für die Kolleginnen und Kollegen fassen?

00:17:33: Nee, das ist absolut richtig.

00:17:35: Also es geht darum, von diesem Modus wegzukommen.

00:17:38: wo ich einzelne Analysten taske und die gehen dann ins Büro und schließen sich da sechs, sieben Stunden ein und dann kommen sie raus und sagen, das ist mein Ergebnis.

00:17:48: Und am Ende kann keiner nachvollziehen, wie ist dieses Ergebnis zu Standard gekommen, was ist die Datengrundlage, wie können die Informationen, die verarbeitet worden sind, wie sind die bewertet worden, wie sind die gewichtet worden.

00:18:00: Und davon muss man wegkommen, weil das eben sehr fehleranfällig ist, kann auch mal gut klappen.

00:18:07: aber ist eben sehr fehleranfällig.

00:18:09: Und wir müssen hinkommen zu einem Modus, in dem das Arbeiten im Team der Normalmodus wird.

00:18:18: Und in diesem neuen Normalmodus muss es natürlich auch möglich sein, dass man gemeinsam arbeitet an ein und demselben Problem, an ein und derselben Fragestellung.

00:18:30: Und wenn ich das machen will, dann muss ich natürlich verstehen, Wie denkt mein Gegenüber?

00:18:35: Also wie denkt meine Teampartnerin?

00:18:36: Wie denkt mein Teampartner?

00:18:39: Und dafür ist es notwendig, den eigenen Denkprozess eben explizit zu machen.

00:18:45: Also beispielsweise ihn im Zuge der Anwendung einer Analyse Technik zu verschriftlichen.

00:18:50: Wenn ich also zum Beispiel eine Spotanalyse habe und ich habe ein Objective und ich will dieses Objective erreichen, dann kann ich natürlich einfach sagen, wie ich das machen will.

00:18:59: Also ich fange schon mit den Strategien an und keiner weiß, wie kommt man darauf.

00:19:04: Oder ich erarbeite im Team erstmal relevante Stärken und Schwächen beispielsweise und schreibe die auf.

00:19:11: Und das macht dann eben nicht nur ich, sondern das mache ich mit meinem Team gemeinsam.

00:19:15: Und das ist dann die Grundlage, um zu einem Ergebnis zu

00:19:18: kommen.

00:19:20: Ja, was ich mich halt frage ist, du hast häufig Analysten mit bestimmten Spezialisierungen, zum Beispiel sprachlichen Spezialisierungen oder Phänomenkenntnissen.

00:19:30: Du hast im Team zum Beispiel Islamwissenschaftler.

00:19:34: Politikwissenschaftler, Soziologen.

00:19:37: Wie soll das denn funktionieren, dass sie im Team so interagieren können?

00:19:45: Weil ich zum Beispiel, was der Islamwissenschaftler da schreibt, erstens vielleicht gar nicht lesen können, das heißt, er müsste mir das übersetzen und dann müsste ich auch die Zusammenhänge verstehen und mir fällt zum Beispiel ein Studium dazu.

00:19:58: Wie soll das gehen?

00:20:00: Und genau hier können eben auch analysische Techniken wiederhelfen.

00:20:02: weil jetzt nehmen wir mal das andere Beispiel, wir nehmen die Analyse Konkurrierende Hypothesen.

00:20:07: und in dieser Analyse habe ich verschiedene Hypothesen aufgestellt, am besten eben mit dem Team.

00:20:14: und jetzt unterhalte ich mich darüber wie verhält sich denn meine Informationsgrundlage zu den Hypothesen?

00:20:20: und das ist dann unabdingbar, dass das Team miteinander redet.

00:20:26: Das bedeutet, wenn ich etwas nicht verstehe und wenn der Islamwissenschaftler sagen würde, Diese Information ist konsistent oder inkonsistent mit dieser Hypothese.

00:20:38: Dann muss er erklären, warum ist das so.

00:20:40: Und in dem Moment macht er seinen Denken explizit, er macht es transparent, er macht es für Außen- und Außenstehende kritisierbar, hinterfragbar und... Auf die Art und Weise können wir dann eben gemeinsam, und zwar auf einer gemeinsamen Datengrundlage, über einen gemeinsamen Denk- und Urteilsprozess, weil im Team müssen wir uns darauf einigen, wie beurteilen wir das, können wir dann zu einem Gesamtergebnis kommen, was auch alle verstehen können.

00:21:11: Und das ist eben der große Vorteil, es so zu machen und dafür Analyse Techniken zu nutzen.

00:21:16: Das ist am Ende ja nichts anderes als ein Richard Heuer.

00:21:21: beziehungsweise Randolph-Hirson nennt das ein Thinking-Tool, also ein Denkwerkzeug.

00:21:26: Und am Ende ist es nichts anderes als das.

00:21:29: Es ist ein Prozess, eine Form, in die ich meinen Denken quasi hineingießen

00:21:33: kann.

00:21:35: Und das so zu machen, ist eben an der Stelle dann auch viel sinnvoller als einfach zu sagen, das ist eine Frage, die beschäftigt sich jetzt mit einem islam-spezifischen Thema.

00:21:44: Wie machst du?

00:21:45: Und ich mache meine Frage, die beschäftigt sich damit und am Ende fusionieren wir das dann.

00:21:50: Und hoffen quasi, dass wir auf der Grundlage derselben Annahmen zu einem Ergebnis gekommen sind, dass wir dann unser Ergebnis überhaupt zusammenführen

00:22:13: können.

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